IG Metall Nordhausen
http://www.igmetall-nordhausen.de/aktuelles/meldung/griwe-und-gewerkschaft-schliessen-zukunftstarifvertrag/
17.09.2019, 04:09 Uhr

Aus der Thüringer Allgemeinen Eichsfeld

Griwe und Gewerkschaft schließen Zukunftstarifvertrag

  • 08.07.2019
  • Aktuelles, Tarif, Presse

"Betriebsrat in Haynrode ist zufrieden, gibt aber zu bedenken, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnt."

"Der Automobilbau steckt mitten in der Umbruchphase: „Der Verbrenner läuft aus, neu Technologien halten Einzug, Mobilität bekommt einen neuen Charakter“, sagt Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter der Industriegewerkschaft (IG) Metall Nordhausen. „Der Prozess des Wandels hinterlässt erste Spuren bei den Herstellern und insbesondere in der Zulieferindustrie.“ In Zeiten des Umbruchs gehe es nicht nur um Innovation. Vorrangig gehe es auch darum, wie Standorte und damit Beschäftigung gesichert werden können, ohne dass der Wandel zu Lasten der Beschäftigten gehe. Darauf haben sich IG Metall und das Management von Gestamp Griwe in Haynrode mit einem Zukunftstarifvertrag verständigt. Für die Beschäftigten bedeutet dies eine Standort- und Beschäftigungsgarantie bis mindestens Mitte 2024. Bernd Spitzbarth zeigt sich zufrieden. Wurden doch nicht nur die Weichen für das Unternehmen in Richtung Zukunft gestellt. Mit dem Tarifvertrag wurde auch die mittelfristige Angleichung der tariflichen Bestimmungen für die Beschäftigten in Richtung Flächentarif einschließlich der Einführung einer 35 Stundenwoche vereinbart. „Damit wurden Mauern eingerissen“, sagt Spitzbarth. Eine Differenzierung nach Himmelsrichtung werde es dann in diesem Unternehmen nicht mehr geben.

Für die Auszubildenden war dies Anlass, auf der Betriebsversammlung in dieser Woche ein Schild mit der Aufschrift Zukunftstarifvertrag an das Management zu übergeben. Danach wurde es am Verwaltungsgebäude angebracht. „Ein gutes Zeichen für die Region und Ausdruck dafür, dass man auch in schwierigen Zeiten verantwortungsvolle Politik betreiben kann“, so Spitzbarth.

Auch Betriebsratsvorsitzender Andreas Zappe zeigt sich zufrieden. Gleichwohl verweist er darauf, dass mit dem Tarifvertrag die eigentliche Arbeit vor Ort erst beginne. „Auch wir sind mit der Belegschaft gefordert, die Prozesse zu überdenken und uns qualitativ einzubringen. Die ersten Schritte hierzu werden die Themen Qualifizierung und gute Leistungsbedingungen zur Zielerreichung sein“, erklärt Zappe. Tim Kalbhenn, Sprecher der Jugend- und Auszubildendenvertretung, erwartet in dem Zusammenhang, dass jede gute Idee, die auf dem Weg zu guter Arbeit weiterhilft, ernsthaft geprüft und umgesetzt wird."

 

Der Artikel erschien am 6. Juli auf Seite 20 der Eichsfelder Thüringer Allgemeinen. © PMG Presse-Monitor GmbH


Drucken Drucken