Eaton

1.150 mal "Nein" - IG Metall und Betriebsrat erhöhen Druck auf die EATON Germany Geschäftsführung

  • 10.09.2020
  • Aktuelles

Laut IG Metall hängen an den Einkommen der rund 250 Beschäftigten am Nordhäuser EATON-Standort insgesamt 1.150 Menschen die nun um ihre Existenzgrundlage bangen. Das hat eine Umfrage unter den Beschäftigten ergeben.

Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung hielten die Beschäftigten Schilder mit der Anzahl der Menschen hoch, die von ihrem Einkommen leben.

„Wir haben mit vielen Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz gesprochen. Jede und Jeder hat eine persönliche Geschichte. Zukunftsängste und Enttäuschung prägen das Bild in der Belegschaft.“, sagt Alexander Scharff von der Industriegewerkschaft Metall. „Der Konzern teilt uns seit Jahren mit, man würde in Nordhausen defizitär arbeiten. Wie passt das zur glaubhaften Aussage des Oberbürgermeisters Kai Buchmann, dass es sich bei EATON um einen guten Gewerbesteuerzahler handelt. Gewerbesteuern werden gezahlt, wenn das Unternehmen einen Ertrag erwirtschaftet.“

Die IG Metall kritisiert, dass das weltweit agierende Unternehmen es verpasst habe, rentable Produkte an den Nordhäuser Standort zu holen. Nicht mal eine Anfrage zu einer Sanierungsvereinbarung habe es gegenüber den Arbeitnehmervertretern gegeben. Staatliche Unterstützungs- und Hilfeleistungen seien laut Gewerkschaft ebenso nicht beantragt worden. Man habe lediglich Kurzarbeitergeld ausgenutzt um letztlich doch eine Werksschließung zu verkünden.

„Das grenzt an Vorsatz. Diesem Konzern geht es nur noch um Profit und nicht um Lösungen im Sinne der Beschäftigten inmitten einer Pandemie. Das nehmen wir nicht unwidersprochen hin und denken über die Verhandlungen eines Sozialtarifvertrages nach, der uns die Möglichkeiten für weitere Arbeitskampfmaßnahmen eröffnet.“, so Scharff.

Der Betriebsrat und die IG Metall sind mit dem heutigen Tag in eine strategische Planung mit der Belegschaft eingestiegen. Hierfür kamen rund 200 Beschäftigte zu einer großen Betriebsversammlung zusammen. Währenddessen standen die Maschinen in der Bochumer Straße still. „Wir wollten die Vorbereitungen für die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung mit den Beschäftigten besprechen und deren Meinungen und Fragen hören. Wir sind mehr als verärgert, dass die Abwicklung unserer Arbeitsplätze in einem so kurzen Zeitraum stattfinden soll. Dennoch werden wir gemeinsam als Betriebsrat und Gewerkschaft alles für die Beschäftigten tun was in unserer Macht steht.“, sagt Betriebsratsvorsitzender Karsten Hahn gegenüber der Presse.