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Belegschaft bei VITESCO/Mühlhausen sendet erstes Signal in Richtung Management

  • 29.04.2021
  • Aktuelles

Wie angekündigt legte die Belegschaft bei der VITESCO in Mühlhausen in den frühen Morgenstunden die Arbeit für zwei Stunden nieder. Die Spätschicht wird eine Stunde früher in den Feierabend gehen. Mit der dreistündigen Arbeitsniederlegung will die Belegschaft ein erstes sichtbares Zeichen in der Auseinandersetzung um den Sozialtarifvertrag setzen.

Foto: IG Metall Nordhausen

Viel zu lange wurde ohne zuzuhören geredet. Nun wollen die Mitarbeiter Ergebnisse in die richtige Richtung sehen. Auf der Streikversammlung berichtete Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Nordthüringen von den Ergebnissen der ersten Verhandlungsrunde am 26. April in Bebra. Positiv sei zu bewerten, dass auf der Arbeitgeberseite nun Vertreter sitzen, von denen man das Gefühl hat, dass sich ernsthaft mit dem Thema befasst wird. Es wurde auch für deutlich mehr Transparenz gesorgt, als es sie in den vielen Runden der Verprobung oder auf Betriebsversammlungen durch den Werkleiter Hoffmann gegeben hat. Das führt Spitzbarth auch auf den kämpferischen Widerstand aus der Belegschaft heraus zurück. „Den Preis unserer Lebensleistung für den Rausschmiss haben wir definiert. Allerdings geht es uns viel lieber um den qualifizierten Dialog über Alternativen und somit um ein Umdenken im Management für Standort und Beschäftigung.“

Stephan Isenhuth, Betriebsrat und Mitglied der Verhandlungskommission des Werkteils Mühlhausen zeigt sich mit der Entwicklung und dem Kampfeswillen der Belegschaft zufrieden: „Am 11. Mai findet die zweite Verhandlungsrunde statt. Hier erwarten wir, dass durch das Management erste zukunftsweisende Angebote unterbreitet werden. Es gibt keinen Grund für Schließung oder Teilschließung von Bebra/Mühlhausen. Wir stehen hinter VITESCO und bringen uns ein. Jetzt muss sich VITESCO auch hinter die Lebensleistung der Beschäftigten stellen. Statt Millionen für Entlassungen fordern wir Investitionen in eine gemeinsame Zukunft.“