Vitesco

IG Metall fordert Sozialtarifvertrag

  • 14.06.2021
  • Aktuelles

Die IG Metall hat am 10. und 11. Juni die Beschäftigten von Vitesco Technologies (Continental) in Mühlhausen zu einem 24 Stunden-Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert für die knapp 160 Thüringischen Beschäftigten des Automobilzulieferers einen Sozialtarifvertrag, weil das Unternehmen den Betriebsteil Mühlhausen schließen und im Mutterwerk in Bebra bis zum Jahr 2025 etwa die Hälfte der Arbeitsplätze abbauen will.

"Das Unternehmen reagiert auf die Transformation und die Veränderungen im Automobilsektor leider nicht ausreichend mit innovativen Konzepten, sondern mit Kahlschlag-Ideen", sagt Bernd Spitzabarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, „Betriebsrat und die betriebliche Tarifkommission nehmen das nicht einfach hin. Wir wollen, dass die Transformation gemeinsam mit den Beschäftigten bewältigt wird, nicht gegen sie.“

Da das Unternehmen bislang aber keine Zugeständnisse gemacht hat, fordert die IG Metall nun einen Sozialtarifvertrag. "Weil es in den bisherigen Verhandlungen vom Arbeitgeber kaum Einigungsbereitschaft gab, rufen wir jetzt zum 24 Stunden-Warnstreik auf", sagte Spitzbarth. "Die Beschäftigten werden zeigen, dass sie hinter unserer Forderung stehen und sich nach jahre- und jahrzehntelangem Einsatz für das Unternehmen nicht einfach abservieren lassen.“ Die IG Metall erwarte, dass Vitesco der sozialen Verantwortung für die Beschäftigten nachkomme.

Info: Sozialtarifvertrag

Wenn ein Arbeitgeber einen Betrieb verlagern, schließen oder stark einschränken möchte, kann ein Sozialtarifvertrag regeln, wie die damit verbundenen Nachteile für die Beschäftigten ausgeglichen werden. Möglich sind etwa hohe Abfindungen. Für die Durchsetzung darf gestreikt werden. Die detaillierten Forderungen der IG Metall stehen auf dem beigefügten Flugblatt.