16.09.2025 | Zwei Standorte sollen plattgemacht und einer zur Hälfte rasiert werden. So nicht! Aus allen Standorten kamen die Beschäftigten des Autozulieferers Musashi zur Deutschlandzentrale. Die Arbeitgeberanwälte wollten den Warnstreik verhindern und verbieten lassen, doch Polizei und Gericht spielten nicht mit.
Sie kamen mit Autokorsos und Bussen zur Demo vor die Deutschlandzentrale des Autozulieferers Musashi in Bad Sobernheim/Rheinland-Pfalz: gegen die geplante Schließung von zwei Standorten und massiven Personalabbau. Bis zuletzt wollte die Arbeitgeberseite den Warnstreik verhindern. Sie schüchterten die Beschäftigten ein, drohten mit Lohnabzug und gingen vor Gericht.
Doch alle Versuche des Arbeitgeberanwalts, Verunsicherung und Spaltung zu betreiben, sind ins Leere gelaufen. Beschäftigte aus den Standorten Lüchow, Hann. Münden (Niedersachsen), Leinefeld (Thüringen), sowie Grolsheim und Bockenau (Rheinland-Pfalz) reisten mit Bussen und mit einem Autokorso an.
Und auch das Arbeitsgericht in Frankfurt spielte nicht mit. Die Verhandlung endete mit einem Vergleich: Die Maßregelung der Beschäftigten hat zu unterbleiben. Und statt Warnstreik heißt die Aktion eben „Mitgliederversammlung“ der IG Metall. Zudem muss Musashi nun mit der IG Metall über einen Sicherungstarifvertrag für die Beschäftigten verhandeln.
Der gerichtliche Vergleich verpflichtet den Arbeitgeber nun dazu, mit der IG Metall über eine Absicherung im Falle einer Insolvenz oder eines Verkaufs verhandeln. Das hatte die Anwaltskanzlei zuvor stets abgelehnt. Als Zeichen des guten Willens wird die IG Metall bis zum 22. November keine weiteren Warnstreiks durchführen. Die Verhandlungen laufen bereits.
„Wir erwarten vom Arbeitgeber eine verbindliche Zusage zur finanziellen und sozialen Absicherung“, erklärt Ingo Petzold, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach und Unternehmensbeauftragter für Musashi.
Die Beschäftigten von Musashi sind kampferfahren. Bereits vor zwei Jahren setzten sie einen Zukunftstarifvertrag mit Beschäftigungssicherung durch, den die Geschäftsleitung nun aus Sicht der IG Metall mit ihren Schließungsplänen bricht.