12.12.2025 | In der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Thüringen arbeiten knapp 20.000 Menschen in rund 120 Betrieben. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten eine Entgelterhöhung von 5 Prozent für 12 Monate sowie eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Zudem wird ein Schritt zur Angleichung der Entgelte an das Niveau in den westlichen Bundesländern, wie beispielweise in Hessen, gefordert.
In Nordthüringen betrifft die Tarifbewegung zwei Betriebe, in denen etwa 230 Mitarbeitende beschäftigt sind: Con Pearl in Geismar und Leinefelde.
Der Verband der „Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Bayern-Thüringen“ legte in der ersten Tarifverhandlung für die Beschäftigten in Thüringen am Donnerstag, den 11. Dezember, kein Angebot vor. „Ein konstruktiver Tarifauftakt sieht anders aus“, so IG Metall-Verhandlungsführer Jan-Paul Grüner.
„Angesichts der anhaltend hohen Lebenshaltungskosten benötigen die Beschäftigten dringend mehr Geld. Die Erhöhung der Entgelte, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und die Verkleinerung der Einkommensunterschiede zwischen Ost und West sind auch im Interesse der Arbeitgeber,“ so Grüner weiter. „Wenn nichts passiert, wandern die Beschäftigten in andere Branchen oder Regionen ab und junge Leute werden in einer Branche, die von niedrigen Ausbildungsvergütungen geprägt ist, keine Ausbildung beginnen. Wer das nicht versteht, darf sich über einen Fachkräftemangel nicht wundern.“
Die heiße Phase der Warnstreiks beginnt nach dem Jahreswechsel. Die zweite Tarifverhandlung findet am 30. Januar 2026 in Erfurt statt.