Eichsfelder Schraubenwerk

Tarifvertrag mit Blick in die Zukunft

  • 25.06.2021
  • Aktuelles, Tarif

Freitag 25. Juni 2021, 12 Uhr - die Erklärungsfrist zum Tarifabschluss zwischen der IG Metall und der Geschäftsleitung der Eichsfelder Schraubenwerk GmbH (ESW) in Heilbad Heiligenstadt ist widerspruchslos verstrichen. Damit tritt ein neuer Tarifvertrag mit Blick in die Zukunft für die rund 230 Beschäftigten bei ESW in Kraft.

Archivbild: ESW beim Warnstreik 2016

Mit dem Tarifabschluss hat man mehr als „nur“ 2,3 Prozent tabellenwirksamer Entgeltsteigerung, einen jährlichen Bonus von 750,- Euro und eine Corona-Beihilfe in Höhe von 1.000,- Euro vereinbart. Zwei Tage bezahlte Freistellung stehen allen Beschäftigten zusätzlich zur Verfügung. Damit der Wandel der Arbeit gestaltet und damit Beschäftigung gesichert werden kann, wurde ein jährliches Bildungsbudget für Erhaltungs- und Erweiterungsqualifizierung im mittleren fünfstelligen Bereich vereinbart. Weiterhin haben sich die Tarifvertragsparteien dazu verpflichtet, bis Mitte 2022 auszuloten, ob und wie ein Tarifvertrag über Lebensarbeitszeitkonten ausgestaltet und nach Möglichkeit abgeschlossen werden kann.

Zukunft gemeinsam gestallten

Bernd Spitzbarth, Geschäftsführer der IG Metall in Nordthüringen, zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden: "Es ist beispielhaft gelungen, Arbeitnehmerqualifizierung verbindlich im Tarifvertrag zu verankern. Dass durch die Geschäftsleitung dieses Thema aufgegriffen und platziert wurde, wird nicht nur von der IG Metall begrüßt." Harald Föllmer, Betriebsratsvorsitzender, weiß, dass jetzt keine einfachen Hausaufgaben gemacht werden müssen: "Wir müssen unsere Kolleg:innen dafür sensibilisieren und mit auf den Weg nehmen." Eines ist für Föllmer unbestritten. Ohne ständige Weiterentwicklung und Qualifizierung werden die zukünftigen Aufgaben nicht zu bewältigen sein. "Wir werden uns jetzt diesem Thema annehmen und die Betriebsvereinbarung entwickeln." Die betriebliche Tarifkommission und die Mitglieder stimmten dem Ergebnis einstimmig zu. Bedenkt man, dass wir 2016 für einen Tarifabschluss in den Arbeitskampf gehen mussten und heute ein gutes Stück Zukunft vereinbaren konnten, ist für Spitzbarth und Föllmer klar: Wir sind auf den richtigen Weg!