Continental/Vitesco

Wir fürchten keinen Vergleich - Conti Vorstände ohne Klarheit, dafür mit Alternativlosigkeit und Profitgier

  • 24.11.2020
  • Aktuelles

Auf den Betriebsabteilungsversammlungen am 23./24. November 2020 wurden die Beschäftigten bei CONTI/VITESCO in Mühlhausen über die Schließung ihres Standortes durch ihren Geschäftsleiter Joachim Hoffman informiert. Hoffmann stellt die Schließung als Planungsbeschluss, aber letztendlich als alternativlos dar und erntet dafür den Unmut der Beschäftigten.

Die ca. 160 Beschäftigten zweifeln das Vorhaben an. Die Kostenstruktur spricht aus Sicht der Beschäftigten gegen ein derartiges Vorgehen. Was wird denn im Aufsichtsrat und den Vorstandsverwaltungen diskutiert und als Entscheidungsgrundlage herangezogen, will man wissen. Aber es fehlt an jeglicher Transparenz.

Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, zweifelt die Entscheidung ebenfalls an: „Hier wird versucht, mit dem Abschalten eines Standortes Spaltungspolitik zu betreiben, um im zweiten Gang den Personalabbau im Bebraer Mutterwerk weiter vorantreiben zu können. Mühlhausen ist ein Standort, der keinen Vergleich scheuen muss. Das Gefühl verlässt die Beschäftigten nicht, dass hier Manager Entscheidungen nach Wohnort oder Himmelsrichtung treffen. Wenn das so ist, dann sollten diese besser ihren Hut nehmen und den Weg für prozessdienliche Verhandlungen freimachen.“

Dass Mühlhausen nicht stillhalten wird, zeigen auch die Reaktionen der Beschäftigten. Über Jahrzehnte haben diese in Schicht- und Wochenendarbeit die Werte geschaffen, mit denen die Dividenden der Aktionäre bezahlt wurden. Jetzt fordern sie, dass der Transformationsprozess ohne Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen durchgeführt wird.

„Wer Menschen für das Recht auf saubere Luft ihrer Existenzgrundlage beraubt, hat im Management und in der Politik nichts zu suchen. Es gibt bessere Lösungen als Alternativlosigkeit und einer weiteren Deindustrialisierung das Wort zu reden“, so Spitzbarth weiter.

Stephan Isenhuth und Oliver Walther, Betriebsräte am Standort Mühlhausen verstehen die Welt nicht mehr: „Es gibt keinen Grund, hier das Licht auszuschalten und den Standort wie eine ausgediente, verlängerte Werkbank zu schließen. Wir haben Alternativen und fordern Standortentwicklung statt Abwicklung.

Auf keinen Fall werden wir die Menschen dazu auffordern, dies alles widerstandslos hinzunehmen. Das 1871 gegründete Technologieunternehmen bietet sichere, effiziente, intelligente und erschwingliche Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr und Transport. Es wird Zeit, derartige Lösungen auch für die Menschen in der Arbeitswelt anzubieten!“