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Sozialtarifvertrag mit überwiegender Mehrheit angenommen

  • 30.07.2021
  • Aktuelles

Mit der zweiten Ur- Abstimmung haben die Mitglieder ihr Votum zum Tarifergebnis/Sozialtarifvertag abgegeben. 97,4% der stimmberechtigten Mitglieder in Bebra und Mühlhausen haben sich für die Annahme des Verhandlungspaketes entschieden.

Damit wurde ein Paket verabschiedet, das weitgehend die Belange der Beschäftigten berücksichtigt und alle gegenüber dem betrieblich geltenden Rahmensozialplan hinaus deutlich besserstellt.

Mehr Geld, Qualifizierung, Transfergesellschaft und wirtschaftliche Nachnutzung sind die Schwerpunkte des Tarifergebnisses. Das ist keine Selbstverständlichkeit, ein solches Paket verschiebt für die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten den Gang zur Arbeitsagentur und hält eine mögliche Option für Weiterbeschäftigung in einem Nachfolgeunternehmen offen. Was heißt das konkret:

  1. Die Produktion wird bis Ende 2024 schrittweise zurückgefahren. D. h., zwei Jahre Zeitgewinn.
  2. Alle Beschäftigten haben ein Anrecht auf (förderfähige) Qualifizierung. Das verlängert die Betriebszugehörigkeit.
  3. Wer kein Anrecht auf Qualifizierung hat, kann für 12 Monate in eine Transfergesellschaft wechseln.
  4. Mit der Verpflichtung, alles für eine industrielle Nachnutzung in den nächsten drei Jahren zu unternehmen, ist das Licht für den Industriestandort Mühlhausen noch nicht aus.
  5. Kommt es zur Nachnutzung, besteht auch die Möglichkeit eines Wechsels aus der Qualifikation bzw. der Transfergesellschaft in ein mögliches Nachfolgeunternehmen.

 

 Bernd Spitzbarth, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Nordthüringen, betont:

„Für uns ist es mit dem Arbeitskampf, dem Verhandlungsprozess und der Annahme des Verhandlungsergebnisses noch lange nicht zu Ende. Jetzt beginnt der zweite, ebenso arbeitsintensive Teil der Umsetzung des Verhandlungsergebnisses. Im Betrieb werden wir zunächst eine umfangreiche Akquise zum Thema Qualifizierung und Qualifizierungsfähigkeit durchführen. Dann gilt es, der Qualifizierung jeglichen Vorrang einzuräumen. Parallel werden wir uns dem sozial- und industriepolitischen Dialog zuwenden und das Thema der Nachnutzung intensiv angehen. Auch das, wird nur mit der engen Zusammenarbeit aller Akteure zukunftsorientiert gelingen.“

Die Mitglieder der Verhandlungskommission Thüringen, Anka Werner-Baumeyer, Stephan Isenhuth und Oliver Walther betonen: „Die Themen für die Übergangsphase sind gesetzt. Wir werden alles tun, die vereinbarte Kaskade in die Umsetzung zu bringen und den Prozess einer möglichen Nachnutzung aktiv zu begleiten. Mit Qualifizierung und Transfergesellschaft wurde dazu eine gute Brücke gebaut. Das Licht am Ende des Tunnels muss einfach wieder heller werden!“