Gestamp Griwe Haynrode

Belegschaft fordert Investitionen statt Kündigungen

  • 21.06.2021
  • Aktuelles

Bei GESTAMP GRIWE in Haynrode will die Geschäftsleitung einen drastischen Personalabbau vollziehen. Für die Beschäftigten ist dies nicht nachzuvollziehen. Die Bücher sind voll, es sind Rekordumsätze zu erwarten. Die Belegschaft sieht mit Blick auf die Arbeitsorganisation und dem Auftragsvolumen einen erhöhten Personalbedarf um Leistungsverdichtung entgegen zu wirken und die Gesundheit zu schützen.

Foto: IG Metall Nordhausen

Am 19. Juni 2021 haben unsere Mitglieder auf ihrer Versammlung ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Seit Jahren reden sie darüber, wie Schwachstellen und Abläufe verbessert werden können. Die Reaktion ist immer die gleiche: Es werden keine Investitionen freigegeben, ihr müsst zusehen, wie ihr das hinbekommt.

Dass die Probleme schon länger existieren, bestätigt Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Nordthüringen. Er kennt Betriebsversammlungen auf denen der Handlungsbedarf seitenweise aufgezeigt wurde. Passiert ist nach jetziger Kenntnis nichts. Die Ursachen liegen auf der Hand. Die Betriebsräte haben bei Investitionen keine Mitbestimmung und können so gegen offensichtliches Missmanagement nicht wirkungsvoll angehen.

Das Management befriedigt lieber die schnelle Gier nach Profit und fährt demnach auf Verschleiß. "In den Jahren mit unseren stärksten Umsätzen hatten wir rund 100 Beschäftigte mehr an Bord. Jetzt erwarten wir neue Umsatzrekorde und es sollen weitere 140 Kolleg:innen vor die Tür gesetzt werden. Das wird mit uns nicht stillschweigend zu machen sein," so Andreas Zappe, Betriebsratsvorsitzender in Haynrode. Am kommenden Freitag wird über die Betriebsänderung in einer Einigungsstelle weiter entschieden werden. Der Betriebsrat und die IG Metall Mitglieder bereiten sich nun auf die Auseinandersetzung um einen Sozialplan, bzw. Sozialtarifvertrag vor.

Am Rande der Mitgliederversammlung spendete Bernd Spitzbarth 1.000,- € an den Kindergarten Pusteblume. Durch die Teilnehmenden wurde kurzer Hand der Betrag auf 1.300,- € aufgestockt. Dass sie den Kampf um ihre Arbeitsplätze aufnehmen wollen, haben die Metaller:innen unterstrichen. Die Solidarität gehört damit den Kids von heute und morgen. „Ohne gute Arbeit kein Nachwuchs in der Region“ – „Die Kinder von heute sind die Fachkräfte von morgen“. Deshalb wird GESTAMP GRIWE aufgefordert, die Planungen zu überdenken. "Zukunft geht nur gemeinsam! Dafür wollen die Menschen kämpfen," so Zappe abschließend. Auf der nächsten Mitgliederversammlung wird über den weiteren Weg zu befinden sein.